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Die Geschichte des Märkischen Viertels

Das Märkische Viertel 1999  Das Märkische Viertel 1999  Das Märkische Viertel 1999  Das Märkische Viertel 1999 

Auf dem Gebiet des heutigen Märkischen Viertels befand sich ursprünglich eine große Laubenkolonie, welche ca 1925 aus der Not der armen Bevölkerung Berlins entstand und von über 12.000 Menschen in z.t. unzumutbaren Verhältnissen, ohne Strom und Wasser bewohnt wurde. Nach dem Bau der Berliner Mauer wurde in den Jahren 1963 bis 1974 überwiegend für die Umsetzmieter des größten Berliner Sanierungsgebietes an der Brunnenstraße in Wedding das heutige Wohnviertel errichtet und zählte damals zu den größten, aber auch umstrittensten Neubaugebieten Deutschlands. Das Märkischen Viertel war die erste große Neubausiedlung des damaligen West-Berlins und wurde von 20 Architekten unter der Gesamtleitung von Werner Düttmann, Hans Müller und Georg Heinrichs mit 17.000 Wohnungen für ca. 50.000 Menschen errichtet ,was zu abwechslungsreichen Gebäude- und Wohnungsformen führte. lm Märkischen Viertel wurde entgegen der damals herkömmlichen Flächenbebauung eine Stadtlandschaft errichtet. Zusammenhängende Ketten von gestaffelten Wohnhochhäusern sollten die bereits vorhandenen, aber auch die neu errichteten Gebiete mit kleineren Wohnhäusern umschließen. Dabei entstanden jeweils Hochhausketten mit unregelmäßigen Grundrissen und gestaffelten Höhen, die größere Flächen mit Einfamilienhäusern umrahmen. Auch die Infrastruktur war durchdacht geplant worden: Neben einem großen, zentralen Einkaufszentrum, dem Märkischen Zentrum (mit Kaufhaus, Marktplatz, Arztpraxen, Oberschule, Stadtteilbibliothek, Kultureinrichtung (Fontanehaus), Postamt, Kino, Hallenschwimmbad und Volkshochschule) entstanden weitere, wesentlich kleinere Zentren, bei denen sich mehrere Geschäfte (Friseur, Zeitungsläden) um einen kleineren Supermarkt ansiedelten. Grundschulen und Kindergärten wurden ebenfalls nicht (nur) im zentralen Bereich vorgesehen, sondern ringsum am Rand zwischen den einzelnen Hochhaus-Gruppen. Innerhalb der Hochhaus-Gruppen entstanden zahlreiche Spielplätze nah bei den Wohnungen. Trotzdem entwickelte das Märkische Viertel anfangs einen schlechten Ruf, der weit über Berlin hinausreichte. In dem vom Land Berlin herausgegebenen Reiseführer Berlin für junge Leute (3. Aufl., 1983) wurde dies wie folgt begründet: (Das) kam daher, dass in den ersten Jahren nur eine mangelhafte Infrastruktur vorhanden war. Das heißt, es gab zu wenig Geschäfte, Restaurants und Kneipen; zu wenig Schulen, Kindergärten und Spielplätze. Mit anderen Worten: Die Planung auf dem Papier hatte nicht mit der Umsetzung Schritt gehalten; die Anzahl der Wohnungen (und Einwohner) stieg schneller als die erforderliche Infrastruktur errichtet wurde.

Ein weiteres „Problem“ stellten die neuen Einwohner selbst dar: Sie kamen oft aus Altbauten von Sanierungsgebieten der Innenstadt und mussten aus ihrem gewohnten, vertrauten Kiez hierher umziehen, weil ihre alten Wohnhäuser abgerissen wurden. Dadurch verloren sie zum einen ihre bisherigen sozialen Bindungen und konnten sich zum anderen mit dem neuen - aus ihrer Sicht anonymen, kalten, unfreundlichen - Wohnumfeld nicht identifizieren und vereinsamten. Es kam relativ häufig zu Selbsttötungen, die von den Medien aufgenommen wurden und ebenfalls ein schlechtes Licht auf die Siedlung warfen. Es soll für Touristen organisierte Busfahrten durch das so „schlimme Wohngebiet“ gegeben haben. Fotografische und filmische Darstellungen zeigten die Siedlung oft „grau in grau“ und in der düsteren Stimmung der Wintermonate oder im regnerischen Wetter.

Durch Ergänzung und Ausbau der Infrastruktur konnte die negative Entwicklung des Images gestoppt werden. Auch kleinere Umbauten in einzelnen Häusern, die z. B. freundlichere Eingangsbereiche schafften, wurden durchgeführt. Anfang der 1990er Jahre wurde auch der Marktplatz vor dem Kulturzentrum Fontanehaus umgestaltet und 1992 der von Emanuel Scharfenberg gestaltete Bronze-Brunnen Fontanebogen aufgestellt. Bei einer Höhe von 4,60 Metern hat das zugehörige Brunnenbecken eine Ausdehnung von 12 × 8 Metern. Zusammen mit weiteren Verschönerungen wurde eine Umgebung geschaffen, in der zum 40-jährigen Jubiläum des Märkischen Viertels die durchschnittliche Wohndauer bei 17 Jahren liegt und es Mieter gibt, die bereits seit der Fertigstellung in der gleichen Wohnung leben. Ebenso lässt sich beobachten, dass Kinder der Erstbezieher in der Siedlung bleiben und eigene Familien gründen. Das Märkische Viertel zählt heute nicht zu den ausgewiesenen sozialen Brennpunkten Berlins, wie zum Beispiel die Rollbergsiedlung in Neukölln.

Die Straßennamen im Märkischen Viertel bezeichnen Orte in der Mark Brandenburg im Märkischen. Eine Ausnahme davon bildet lediglich der Wilhelmsruher Damm, der nach dem nahegelegenen Ortsteil Wilhelmsruh des Bezirks Pankow benannt ist. Diese Straße gab es bereits vor dem Bau des Märkischen Viertels. Ebenfalls vor dem Bau des Märkischen Viertels vorhanden war der S-Bahnhof Wittenau (Nordbahn). Er liegt auf dem Bahndamm, der die westliche Begrenzung bildet. Aus zwei Gründen wurde er ursprünglich nicht als Verkehrsanbindung für die Siedlung beachtet: Er liegt zwar an der Ost-West-Hauptachse, leider befand sich der Zugang auf der nördlichen, dem Wilhelmsruher Damm abgewandten Seite (am Göschenplatz). Der zweite – und wesentlichere – Grund lag in den besonderen politischen Verhältnissen West-Berlins und der S-Bahn, die bis 1984 von der DDR-Reichsbahn betrieben wurde. Von der West-Berliner Bevölkerung des Märkischen Viertels wurde die S-Bahn nahezu komplett boykottiert. Erst nach der Betriebsübernahme der S-Bahn durch die BVG im Jahre 1984 änderte sich diese Situation. Nach Modernisierungsarbeiten an der S-Bahn-Strecke wurde 1986 der Südzugang des S-Bahnhofes in Betrieb genommen. Trotz des Boykotts der S-Bahn wurden im Zuge der Errichtung des Märkischen Viertels in den 1970er Jahren zwei Maßnahmen im Zusammenhang mit der S-Bahnstrecke durchgeführt: Die Brücke über den Wilhelmsruher Damm wurde neu errichtet und dabei vorausschauend so angelegt, dass zwischen den beiden S-Bahngleisen Platz für einen Bahnsteigzugang blieb und dadurch der Bahnsteig unmittelbar am Wilhelmsruher Damm beginnen konnte. Die zweite Maßnahme bestand in einer neuen S-Bahnbrücke über der neu angelegten Schorfheidestraße etwas weiter südlich. Hier war auch ein weiterer S-Bahnhof vorgesehen; ungefähr auf halber Strecke zwischen den Bahnhöfen Wittenau (Nordbahn) und Wilhelmsruh.

Bereits den ersten Bewohnern des Märkischen Viertels wurde Ende der 1960er Jahre ein Anschluss an die U-Bahn versprochen. Frühe Pläne sahen eine Anbindung direkt von Süden vor, die im Märkischen Zentrum bzw. eine Station weiter am Senftenberger Ring enden sollte. Angeblich soll es kleinere Vorleistungen (eher: konstruktive Berücksichtigungen) im Bereich einzelner Hochhausfundamente oder -gründungen geben. Südlich des Wilhelmsruher Damms fällt eine freie Trasse auf, die nicht von Hochhäusern bebaut ist (zum Tornower Weg hin). Diese Planungen wurden nie verwirklicht und spätestens in den 1970er Jahren verworfen. Stattdessen wurde eine U-Bahn, von Westen her kommend, unter dem Wilhelmsruher Damm geplant. Während die Führung bis zum Märkischen Zentrum klar war, gab es Überlegungen, auf eine nordwärts schwenkende Verlängerung zum Senftenberger Ring zu verzichten, um nach einer – nicht erwarteten – Wiedervereinigung die Strecke geradeaus nach Pankow, zur Bezirksgrenze, verlängern zu können. Realisiert wurde diese Planung nur zum Teil, nämlich bis unter den S-Bahnhof am Westrand. Am 24. September 1994 – zwanzig Jahre nach der Fertigstellung des Märkischen Viertels – wurde der U-Bahnhof mit dem Namen Wittenau (Wilhelmsruher Damm) eröffnet. Es handelt sich um die Verlängerung der U-Bahnlinie 8 vom Bahnhof Paracelsus-Bad her. Gleichzeitig wurde der S-Bahnhof von Wittenau (Nordbahn) in Wittenau (Wilhelmsruher Damm) umbenannt. Die Betriebsführung der S-Bahn war zwischenzeitig (nach der Wiedervereinigung) von der BVG an die S-Bahn Berlin GmbH, einem Unternehmen der Deutsche Bahn AG übergegangen.

(Quelle: Wikipedia), Ergänzt um einige Fakten
Buchempfehlung zur Geschichte des MV: 40 Jahre Märkisches Viertel. Geschichte und Gegenwart einer Großsiedlung
Das Märkische Viertel heute
Das Märkische Viertel am Seggeluchbecken

Das Märkische Viertel wurde von den Berlinern in den ersten Jahren nach seiner Fertigstellung eher negativ als positiv bewertet, da es viele Probleme gab, die darin bestanden, dass gleichzeitig gebaut und bereits in den fertiggestellten Häusern gewohnt wurde und die Versorgung und Verkehrsanbindung mangelhaft waren. Hinzu kamen am Anfang der Mangel an Kindertagesstätten, Schulen, Spielplätzen und Jugendeinrichtungen Ende der sechziger und in den siebziger Jahren. Von vielen wurde das Märkische Viertel noch zu Beginn der achtziger Jahre abgelehnt oder zumindest hart kritisiert. Seit 1984 wurden konkrete Programme zur Verbesserung des Wohnumfeldes im Märkischen Viertel eingeleitet. Die Fassaden bekamen freundlichere Anstriche, es wurden Mietercafes und Hobbyräume in ehemaligen Waschhäusern eingerichtet, und für die Unterbringung von Besuchern stehen sogar sechs komplett ausgestattete Wohnungen zur Verfügung. Für die Mieter stehen etwa 300 Mietergärten zur Verfügung, die von der GeSoBau kostengünstig vermietet werden. Im Gegensatz zu den ersten Jahren ist das Märkische Viertel mit Jugend- und Freizeiteinrichtungen sehr gut ausgestattet. An der Königshorster Straße befindet sich auf etwa 9000 Quadratmetern ein Freizeitgelände, das heute von der Naturfreundejugend betrieben wird. Auf etwa der Hälfte des Geländes befindet sich einer der ältesten Abenteuerspielplätze Deutschlands, auf dem Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren u.a. Hütten bauen und Lagerfeuerabende veranstalten können. Eine eigene Stadtteilzeitung, der MV-Express, rundet das nformelle Program ab.

Heute gillt das Märkische Viertel weltweit beispielhaft als gelungene Lösung zur Schaffung einer Großraumsiedlung, die inzwischen auch Kritiker überzeugte. Der Anteil an Grünflächen ist in keinem anderen Wohnprojekt dieser Art so groß wie hier. Das Märkische Viertel wird heute von seinen Anwohnern, die eine gewachsene soziale Mischung darstellen, akzeptiert. Es besteht eine enge Bindung vieler Mieter an ihr Viertel, und es existieren viele gutnachbarschaftliche Kontakte.

Im Jahre 1999 wurde das Märkische Viertel aufgrund seiner Bevölkerungsstärke und der Tatsache, dass die dort Wohnenden sich selbst als MV´ler sehen, zum 10. Ortsteil Reinickendorfs erklärt. Die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU hat durch umfangreiche Wohnumfeldmaßnahmen das Märkische Viertel den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts angepasst. Mit dazu beigetragen hat die Umgestaltung des Zentrums, das in seiner Gestaltung einzigartig ist und von dem englischen Investor Hammerson GmbH durchgeführt wurde und ca. 10.000 m2 zusätzliche Verkaufsfläche schuf. Damit ist es das größte Einkaufszentrum im Norden Berlins. Das Highlight ist der "Panoramaplatz", auf dem 5 echte Palmen stehen, von der eine über 200 Jahre alt und die einzige auf dem nordeuropäischen Kontinent stehende Palme unter einem Glasdach ist. Hier kann man also nach einem Einkaufsbummel unter Palmen in einem Kolonialstil gestalteten Café - mitten im Märkischen Viertel verweilen.

Das Märkische Viertel liegt Östlich des S- und U-Bahnhofes Wittenau und erstreckt sich bis zur Bezirksgrenze nach Pankow, an der von 1961 bis 1989 die Berliner Mauer verlief. In das Märkische Viertel gelangt man von Wittenau aus über den Wilhelmsruher Damm oder von Lübars über die Quickborner Straße bzw. über den Öschelbronner Weg und die Finsterwalder Straße. Folgt man vom U- und S-Bahnhof Wittenau dem Wilhelmsruher Damm, dann erblickt man zunächst auf der linken Seite vier- bis 16geschossige Wohnhäuser und auf der rechten Seite in Blau und Rot gehaltene vier- bis achtgeschossige Bauten. lnnerhalb des Märkischen Viertels unterquert man die Postbrücke, die eine Verbindung zwischen den Wohnbauten auf der südlichen Seite des Wilhelmsruher Dammes und dem Märkischen Zentrum bildet. Das Märkische Zentrum wird vom Wilhelmsruher Damm, von der Königshorster Straße, vom Senftenberger Ring sowie von den Grünanlagen des Packereigrabens begrenzt. Zum Zentrum gehören verschiedene Einkaufsmärkte, Geschäfte und Läden, die St.-Martins-Kirche und ein Hallenschwimmbad. Weiterhin befinden sich dort die Thomas-Mann-Oberschule, die 1972 als erste integrierte Gesamtschule Berlins eingerichtet worden war, und das Fontane-Haus -ein Mehrzweckbau und kommunales Kulturzentrum, der mit einer Bibliothek, mit Werkstätten, einem Senioren- und Jugendclub, mehreren Räumen, die unter anderem von der Volkshochschule Reinickendorf genutzt werden, Veranstaltungsräumen mit Bühne, Sitzplätzen und einer Galerie ausgestattet ist. Im Fontane-Haus, das 1996 sein 20jähriges Bestehen feierte, werden verschiedene Musikveranstaltungen des Kunstamtes wie Opern, Ballett und Operette angeboten. Galerien und Veranstaltungsräume können auch von freien Gruppen und Privatleuten gemietet werden. Hinter dem Märkischen Zentrum gelangt man auf dem Senftenberger Ring in den nördlichen Teil des Viertels, wo die Siedlungen blockhaften Charakter haben und sich Gebäudeketten um Innenhöfe gruppieren. Innerhalb des Ringes befinden sich neben den Wohnsiedlungen das "Atrium" -Jugendkunst-, -theater- und -literatur-Werkstatt -, eine Kita, die Chamisso-Grundschule, die Senfkorn-Kirche, die Bettina-von-Arnim-Oberschule, ein Seniorenzentrum und ein Jugendfreizeitheim. Östlich dieses Komplexes wurde das Seggeluchbecken, ein künstlicher See mit verschiedenen Wasservögeln, geschaffen. In dessen Nähe befindet sich die Kirche am Seggeluchbecken mit einem evangelischen Gemeindezentrum. In südlicher Verlängerung des Beckens führen der Wetzlower Steig und die Königshorster Straße auf den Wilhelmsruher Damm zurück.

Die Versorgung, die soziale und kulturelle Ausstattung ist heute, wie oben erwähnt, gut. Im Jahre 1994 wurde der U-Bahn-Anschluss bis zum S-Bahnhof Wittenau fertiggestellt. Ursprüngliche Planungen, die U-Bahn bis zum Märkischen Zentrum zu bauen, ließen sich nicht realisieren und werden auf Grund der hohen Kosten und der leeren Kassen im Landeshaushalt nicht verwirklicht werden können.

Quelle: Jaron Verlag GmbH, Berlin (1997), Ergänzt durch die Pressestelle Bezirksamt Reinickendorf (2002), Ergänzt durch weitere Teile.
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